24 Verteilungen mit konkreten Anwendungsfällen, 27 Plots und LaTeX-Formeln: Zufallsvariable, Parameter, Annahmen und Interpretation zusammen verstehen.
Diese 24 Einträge sind der transparente, interviewrelevante Pflichtkatalog aus der PRD. Sie sind keine Enzyklopädie aller Verteilungen. Wähle nie nach Histogrammform allein: Definiere Zufallsvariable, Einheit, Datenerzeugung, Abhängigkeit, Zensierung und die nachgelagerte Entscheidung. Die Beispiele sind allgemeine synthetische Lernrechnungen und keine APKV-Daten.
So liest du die Plots
Diskret (PMF): Balkenhöhen sind Wahrscheinlichkeiten. Stetig (PDF): Erst die Fläche unter der Dichte über einem Intervall ist eine Wahrscheinlichkeit; Dichten dürfen größer als eins sein. Empirisch (ECDF): Die Treppe zeigt den Anteil beobachteter Werte bis zur Schwelle.
Blau zeigt das konkrete Beispiel, Orange mit Strichen beziehungsweise Schraffur einen Vergleich. Parameter stehen direkt unter jedem Plot. Unbegrenzte Verteilungen werden nur ausschnittsweise gezeigt; die Kurven und Balken werden nicht auf das sichtbare Fenster renormiert. Alle Anwendungsfälle sind eigene synthetische Lernbeispiele, keine Aussagen über interne APKV-Prozesse.
Nach Prozess statt Namen suchen
24 von 24 Einträgen sichtbar.
Auswahl in fünf Sätzen
Objekt: Was ist eine Beobachtung, welche Einheit und welcher Support gelten?
Mechanismus: Count, Wartezeit, Anteil, Samplingstatistik oder Mischung?
Annahmen: Unabhängigkeit, konstante Rate/p, Grenzen, Zensierung und Exposition?
Gegenmodell: Welche nahe Alternative erklärt Schiefe, Tails, Nullen oder Heterogenität?
Prüfung: Held-out Vorhersage, Residuen/ECDF/Q-Q und Sensitivität; ein nicht signifikanter Fit-Test beweist kein Modell.
In einem synthetischen Qualitätstest wird genau ein zufällig gezogenes Dokument geprüft. Die angenommene Fehlerwahrscheinlichkeit beträgt 20 Prozent.
Zufallsvariable:X=1: mindestens ein vorab definierter Pflichtfeldfehler; X=0: keiner.
Wozu die Rechnung? Hilft, Fehlerdefinition und Label für einen binären Qualitätscheck festzulegen. Die angenommene Wahrscheinlichkeit ist keine aus Daten geschätzte Modellgüte.
Gilt unter diesen Annahmen: Eine feste Fehlerdefinition und derselbe Beobachtungszeitpunkt; mehrere Fehler im selben Dokument bleiben ein einziger positiver Ausgang.
PMF · theoretische Form
Zwei mögliche Ausgänge
Beispiel:p=0,2
Balkenhöhen sind Wahrscheinlichkeiten; beide Balken ergeben zusammen eins.
Ein binärer Versuch, beispielsweise „Dokument enthält einen Fehler“. P(X=x)=px(1−p)1−x
Parameter & Einheiten
p∈[0,1]: dimensionslose Ereigniswahrscheinlichkeit. X=1 bezeichnet das definierte Ereignis, X=0 sein Ausbleiben; „Erfolg“ ist nur der mathematische Name.
Momente, Quantile & Tails
E[X]=p, Var(X)=p(1−p). Nur zwei mögliche Werte; das Quantil springt.
Eigenschaften
X2=X. Eine Summe unabhängiger Bernoulli-Variablen mit gleichem p ist binomialverteilt.
Passender Prozess
Ein Ja/Nein-Outcome pro unabhängiger Beobachtungseinheit.
Schlechter Fit
Mehr als zwei Ausgänge, unklare Einheit, wiederholte abhängige Ereignisse oder wechselndes p.
Geprüftes Mini-Beispiel
p=0,2: P(X=1)=0,2,P(X=0)=0,8E[X]=0,2 und Var(X)=0,16. Das ist keine Aussage, ein einzelnes Dokument sei zu einem Fünftel fehlerhaft.
Nächste Alternative
Binomial zählt Erfolge über festes n; Bernoulli beschreibt genau einen Versuch.
Interviewfalle
Binär codiert bedeutet nicht automatisch unabhängig oder identisch verteilt.
Schätzen & diagnostizieren
Erfolg, Nenner und Beobachtungseinheit prüfen; p als Anteil schätzen und Intervall berichten, nicht einen Fit-p-Wert als Beweis lesen.
Mündliche Originalfrage & Detailrubrik
Frage: Wann würdest du eine Zielvariable als Bernoulli modellieren, und welche Annahme prüfst du vor der Log-Loss-Auswertung?
0–4-Rubrik: 0: keine Erklärung. 1: nennt zwei Ausgänge. 2: trennt Einzelereignis und Chance. 3: erklärt Erwartung und Streuung. 4: ergänzt Labeldefinition, Unsicherheit und Konsequenz.
Ein Prüfbatch enthält fünf unabhängig ausgewählte Dokumente mit jeweils angenommener Fehlerwahrscheinlichkeit von 20 Prozent.
Zufallsvariable:X: Zahl fehlerhafter Dokumente im festen Batch, nicht die Zahl einzelner fehlerhafter Felder.
Wozu die Rechnung? Die Rechnung zeigt, wie wahrscheinlich genau ein Nachprüffall ist; sie unterstützt eine einfache Arbeitsmengenabschätzung.
Gilt unter diesen Annahmen: Konstante Fehlerchance und unabhängige Dokumente. Gemeinsam erzeugte Vorlagenfehler oder mehrere Seiten derselben Akte verletzen die Annahmen.
PMF · theoretische Form
Fehlerzahl im festen Batch
Beispiel:n=5,p=0,2
Vergleich:n=5,p=0,5
Eine größere Ereigniswahrscheinlichkeit verschiebt Masse zu höheren Counts.
Anzahl definierter Ereignisse in einer festen Zahl unabhängiger Versuche. P(X=x)=(xn)px(1−p)n−x
Parameter & Einheiten
n∈N0: feste Versuchszahl; p∈[0,1]: gleiche dimensionslose Ereigniswahrscheinlichkeit je Versuch.
Momente, Quantile & Tails
E[X]=np, Var(X)=np(1−p). Ganzzahlige Quantile; bei kleinem p rechtsschief.
Eigenschaften
X=∑i=1nBi für unabhängige Bi∼Bernoulli(p). Bei großem n und kleinem p kann Poisson mit λ=np annähern.
Passender Prozess
Erfolgszahl bei festem n, gleicher Erfolgsdefinition und plausibel unabhängigen Versuchen.
Schlechter Fit
Overdispersion, Abhängigkeit, wechselndes p oder zufälliger Nenner.
Geprüftes Mini-Beispiel
n=5,p=0,2: P(X=1)=(15)0,20,84=0,4096 Genau ein fehlerhaftes Dokument unter fünf hat unter diesen Annahmen eine Wahrscheinlichkeit von 40,96 Prozent.
Nächste Alternative
Poisson modelliert Counts ohne feste Obergrenze; Beta-Binomial erlaubt heterogenes p.
Interviewfalle
Fünf beobachtete Zeilen garantieren keine fünf unabhängigen Versuche.
Schätzen & diagnostizieren
Nenner, Cluster und Streuung prüfen; p=x/n samt kompatiblem Intervall berichten.
Mündliche Originalfrage & Detailrubrik
Frage: Ein Count liegt zwischen 0 und 20. Reicht das für ein Binomialmodell? Begründe.
0–4-Rubrik: 0: sagt ja. 1: nennt n. 2: fordert binäre Versuche. 3: prüft konstantes p und Unabhängigkeit. 4: nennt Overdispersion/Cluster, Alternative und passende Validierung.
Eine Anfrage gehört genau zu einer Kategorie: Adressänderung, Rechnungsfrage oder Vertragsauskunft. Angenommene Anteile sind 20, 50 und 30 Prozent.
Zufallsvariable:X: Anliegenkategorie einer einzelnen Anfrage.
Wozu die Rechnung? Eignet sich als Häufigkeitsbaseline für ein Routingmodell. Die häufigste Klasse liefert eine einfache Vergleichsbasis.
Gilt unter diesen Annahmen: Exklusive, vollständige Kategorien; Mehrfachanliegen benötigen eine andere Labeldefinition. Keine Rangordnung aus Kategoriecodes ableiten.
PMF · theoretische Form
Eine Kategorie je Anfrage
Beispiel:p=(0,2;0,5;0,3)
Die horizontale Position ist eine Kategorienanordnung, keine metrische Skala.
Ein Testsystem weist jede neue synthetische Anfrage per fairem Zufallsindex einem von sechs gleichberechtigten Servern zu.
Zufallsvariable:X∈{1,…,6}: gewählter Serverindex.
Wozu die Rechnung? Server fünf oder sechs erhalten zusammen ein Drittel der Anfragen im Modell. Gleichwahrscheinlichkeit ist hier durch den Algorithmus begründet.
Gilt unter diesen Annahmen: Alle sechs Server sind verfügbar und gleich gewichtet. Bei unterschiedlicher Kapazität ist eine kategoriale Auswahl mit ungleichen Gewichten passender.
PMF · theoretische Form
Faire Serverauswahl
Beispiel:K=6,x∈{1,…,6}
Sechs identische Balken; Serverindices begründen keine sinnvolle mittlere Servernummer.
In einem simulierten Übertragungstest gelingt jeder unabhängige Versuch mit Wahrscheinlichkeit 25 Prozent.
Zufallsvariable:X: Anzahl Versuche bis einschließlich der ersten bestätigten Übertragung.
Wozu die Rechnung? Erlaubt eine einfache Prognose der Versuchszahl und eine Prüfung von Retry-Grenzen.
Gilt unter diesen Annahmen: Die Erfolgswahrscheinlichkeit bleibt konstant. Ein länger andauernder Netzausfall erzeugt abhängige Fehler und passt nicht zu diesem Modell.
PMF · theoretische Form
Versuche bis zum ersten Erfolg
Beispiel:p=0,25
Vergleich:p=0,5
Der Support beginnt bei eins und setzt sich rechts unbegrenzt fort; der Plot zeigt einen Ausschnitt.
Versuchszahl bis einschließlich des ersten Erfolgs. P(X=x)=(1−p)x−1p
Parameter & Einheiten
p∈(0,1]: konstante Erfolgswahrscheinlichkeit pro unabhängigem Versuch. Hier wird der erfolgreiche Versuch mitgezählt.
Momente, Quantile & Tails
E[X]=1/p, Var(X)=(1−p)/p2. Rechtsschief mit geometrisch abfallender Restwahrscheinlichkeit.
Eigenschaften
Gedächtnislos für ganzzahlige s,t≥0: P(X>s+t∣X>s)=P(X>t), sofern die Bedingung positive Wahrscheinlichkeit hat.
Passender Prozess
Wartezahl bis zum ersten Ereignis bei konstantem p und unabhängigen Versuchen.
Schlechter Fit
Lern-, Ermüdungs-, Saison- oder Abhängigkeitseffekte; mehrere Ereignisse als Ziel.
Geprüftes Mini-Beispiel
p=0,25: P(X=3)=0,752⋅0,25=0,140625 Im Mittel sind E[X]=4 Versuche nötig; genau drei sind mit etwa 14,06 Prozent zu erwarten.
Nächste Alternative
Negativ-binomial wartet bis zum r-ten Erfolg; Exponential ist das kontinuierliche gedächtnislose Analogon.
Interviewfalle
Software kann Fehler vor Erfolg statt Versuche bis Erfolg zählen—Support prüfen.
Schätzen & diagnostizieren
Konvention, konstantes p und Hazard über die Versuchsnummer prüfen.
Mündliche Originalfrage & Detailrubrik
Frage: Warum ist die 0-/1-basierte Konvention bei der geometrischen Verteilung keine Nebensache?
0–4-Rubrik: 0: kennt sie nicht. 1: nennt zwei Supports. 2: zeigt Verschiebung um eins. 3: verbindet Formeln/Software. 4: ergänzt Mechanismus, Gedächtnislosigkeit und Validierungscheck.
Ein Testjob benötigt zwei erfolgreiche Übertragungen. Jeder unabhängige Versuch gelingt mit Wahrscheinlichkeit 50 Prozent.
Zufallsvariable:X: Zahl der fehlgeschlagenen Übertragungen vor dem zweiten Erfolg.
Wozu die Rechnung? Unterscheidet Fehlerbudget von Gesamtversuchen. Insgesamt werden hier die Fehler plus zwei erfolgreiche Versuche benötigt.
Gilt unter diesen Annahmen: Feste ganzzahlige Zielzahl und unabhängige Versuche. Für overdisperse Tagescounts ist stattdessen die Countinterpretation mit geprüfter Exposition nötig.
PMF · theoretische Form
Fehler vor dem zweiten Erfolg
Beispiel:r=2,p=0,5
Vergleich:r=2,p=0,3
Hier zählen nur Fehler. Der Support beginnt bei null und setzt sich rechts fort.
Ein synthetischer Batch enthält 20 Dokumente, davon genau fünf mit Fehlern. Vier werden einfach zufällig ohne Zurücklegen geprüft.
Zufallsvariable:X: Zahl der entdeckten fehlerhaften Dokumente unter den vier gezogenen.
Wozu die Rechnung? Die Wahrscheinlichkeit, alle Fehler zu übersehen, macht die Grenze einer kleinen Stichprobe sichtbar. Sie ist keine Garantie für eine reale Qualitätsfreigabe.
Gilt unter diesen Annahmen: Die fünf Fehler sind im Lernbeispiel bekannt; echte unbekannte Fehleranteile müssen geschätzt werden. Jede Viererauswahl hat dieselbe Chance.
PMF · theoretische Form
Gefundene Fehler ohne Zurücklegen
Beispiel:N=20,K=5,n=4
Die endliche Population begrenzt die Zahl möglicher Treffer.
Für ein ruhiges, synthetisches Zehn-Minuten-Fenster werden im Mittel zwei neue Serviceanfragen angenommen.
Zufallsvariable:X: Zahl neu eintreffender Anfragen in genau zehn Minuten.
Wozu die Rechnung? Eine einfache Ankunftsbaseline für eine Warteschlangensimulation. Die Bearbeitungsdauer und Personalbesetzung brauchen eigene Modelle.
Gilt unter diesen Annahmen: Konstante Rate im Fenster und unabhängige Ankünfte. Stoßzeiten, Kampagnen oder gemeinsam ausgelöste Anfragen können Overdispersion erzeugen.
PMF · theoretische Form
Ankünfte im Zehn-Minuten-Fenster
Beispiel:λ=2
Vergleich:λ=5
Der Erwartungswert gilt für dasselbe Zeitfenster. Rechts endet nur der dargestellte Ausschnitt.
Ein Client zieht vor einem erneuten API-Aufruf eine kontinuierliche Verzögerung gleichverteilt zwischen zwei und sechs Sekunden.
Zufallsvariable:X: die vom Zufallsmechanismus gezogene Wartezeit in Sekunden.
Wozu die Rechnung? Die Chance einer Verzögerung zwischen drei und fünf Sekunden lässt sich direkt als Anteil der Intervalllänge berechnen.
Gilt unter diesen Annahmen: Die Gleichverteilung beschreibt den erzeugten Jitter. Gemessene tatsächliche Antwortzeiten enthalten zusätzliche Netzwerk- und Scheduler-Effekte.
PDF · theoretische Form
Gleichverteilter Retry-Jitter
Beispiel:a=2,b=6
Die Fläche über einem Zeitintervall ist dessen Wahrscheinlichkeit; ein einzelner Zeitpunkt hat keine positive Masse.
Ein Prüfgerät misst ein stabiles Referenzsignal. Im synthetischen Messmodell liegen das Zentrum bei zehn Millivolt und die Standardabweichung bei zwei Millivolt.
Zufallsvariable:X: Messwert in Millivolt; Z: standardisierte Abweichung vom Referenzwert.
Wozu die Rechnung? Standardisierung macht Messabweichungen vergleichbar. Ein Q-Q-Plot kann zeigen, ob die symmetrische Fehlerannahme mit späteren Messungen vereinbar ist.
Gilt unter diesen Annahmen: Additive, ungefähr symmetrische Messfehler ohne Sättigung oder unterschiedliche Betriebsregime; das Gerät kann auch negative Werte messen.
PDF · theoretische Form
Lage und Breite der Glocke
Beispiel:μ=10,σ=2
Vergleich:μ=10,σ=1
Kleinere Standardabweichung: schmalere und höhere Glocke bei gleicher Gesamtfläche.
Die Laufzeit einer OCR-Testaufgabe entsteht hypothetisch aus mehreren multiplikativen Faktoren. Der Median liegt bei einer Sekunde; die Log-Standardabweichung beträgt 0,5.
Zufallsvariable:X: Zahlenwert der Laufzeit in Sekunden; logarithmiert wird die Laufzeit relativ zu einer Sekunde.
Wozu die Rechnung? Für die mittlere Rechenlast ist der arithmetische Erwartungswert relevant. Den exponentierten Log-Mittelwert als Laufzeitmittel auszugeben würde hier unterschätzen.
Gilt unter diesen Annahmen: Strikt positive Laufzeiten und plausibel normalverteilte Logs. Timeouts sind zensierte Beobachtungen und dürfen nicht als normale kurze Laufzeiten eingehen.
PDF · theoretische Form
Rechtsschiefe OCR-Laufzeit
Beispiel:μ=0,σ=0,5
Vergleich:μ=0,σ=0,8
Größere Log-Streuung verbreitert die rechte Tail. Der Median bleibt eine Sekunde; der Support setzt sich rechts fort.
Der Logarithmus der positiven Größe ist normalverteilt. Die Formel bezieht sich auf Zahlenwerte in einer festgelegten Referenzeinheit. f(x)=xσ2π1exp(−2σ2(lnx−μ)2)
Parameter & Einheiten
lnX∼N(μ,σ2) mit μ∈R,σ>0. Beide Parameter liegen auf Log-Skala; σ ist nicht die Standardabweichung der Originalwerte.
Momente, Quantile & Tails
Median(X)=eμ, E[X]=eμ+σ2/2. Var(X)=(eσ2−1)e2μ+σ2 Rechtsschief, mit schwerer rechter Tail.
Eigenschaften
Das Produkt unabhängiger Lognormalvariablen ist lognormal. Der Logarithmus wandelt multiplikative Faktoren in additive Beiträge um.
Passender Prozess
Positive, multiplikativ entstehende und rechtsschiefe Größen.
Schlechter Fit
Nullen/negative Werte, strukturelle Obergrenze, mehrere Regime oder extrem schwere Tails.
Geprüftes Mini-Beispiel
μ=0,σ=0,5: Median(X)=1,E[X]=e0,125≈1,133148 Der Mittelwert liegt über dem Median: längere Laufzeiten ziehen ihn nach rechts.
Nächste Alternative
Gamma ist ebenfalls positiv/rechtsschief, hat aber andere Mean-variance- und Tail-Struktur.
Interviewfalle
μ=0 bedeutet nicht Mittelwert null auf Originalskala.
Schätzen & diagnostizieren
Nullmechanismus, Log-Q-Q-Plot und Originalskalen-Residualen prüfen; Rücktransformation korrekt mitteln.
Mündliche Originalfrage & Detailrubrik
Frage: Warum ist der exponentierte Mittelwert der Logs meist nicht der Mittelwert auf Originalskala?
0–4-Rubrik: 0: weiß es nicht. 1: nennt Log-Skala. 2: erkennt den Modellmedian. 3: gibt eμ+σ2/2 an. 4: erklärt Jensen, Einheiten und Prognoseziel.
In einer stark vereinfachten Testumgebung treten Störungen mit konstanter Rate von einer halben Störung pro Stunde auf.
Zufallsvariable:X: Zeit in Stunden vom Beobachtungsstart bis zur nächsten Störung.
Wozu die Rechnung? Die Überlebenswahrscheinlichkeit beschreibt ein störungsfreies Vier-Stunden-Fenster.
Gilt unter diesen Annahmen: Keine Alterung, Lastwechsel oder gehäuften Folgefehler. Ein System mit steigender Ausfallrate verlangt beispielsweise ein anderes Survivalmodell.
PDF · theoretische Form
Zeit bis zur nächsten Störung
Beispiel:λ=0,5h−1
Vergleich:λ=1h−1
Eine höhere Rate führt zu kürzeren Wartezeiten; die Dichte ist keine Hazardkurve.
Ein synthetischer Hintergrunddienst erhält Anfragen mit konstanter Rate von 0,5 pro Stunde. Betrachtet wird die Zeit vom Start bis zur zweiten Anfrage.
Zufallsvariable:X: gesamte Wartezeit in Stunden bis zum zweiten Ereignis.
Wozu die Rechnung? Der Erwartungswert eignet sich als einfache Referenz für ein Batching-Fenster. Die Streuung erklärt, warum das Fenster nicht jedes Mal nach vier Stunden voll ist.
Gilt unter diesen Annahmen: Die zwei Zwischenankunftszeiten sind unabhängig und haben dieselbe konstante Rate. Tageszeitabhängige Ankünfte brauchen ein erweitertes Modell.
PDF · theoretische Form
Zeit bis zum zweiten Ereignis
Beispiel:α=2,β=0,5h−1
Vergleich:α=2,β=1h−1
Beide Kurven verwenden Shape zwei. Eine höhere Rate verkürzt die Wartezeit; die rechte Tail setzt sich fort.
Bei gleicher Rate addieren sich unabhängige Gamma-Shapes. α=1 ergibt Exponential; ganzzahliges α beschreibt im Poisson-Prozess die Zeit bis zum entsprechenden Ereignis.
Passender Prozess
Positive Warte-/Mengenwerte und Zeit bis mehrere Poisson-Ereignisse.
Schlechter Fit
Nullmasse, negative Werte, harte Obergrenze oder Multimodalität.
Geprüftes Mini-Beispiel
α=2,β=0,5h−1, also θ=2h: E[X]=4h,Var(X)=8h2 Die Zeit bis zum zweiten Ereignis beträgt im Mittel vier Stunden.
Nächste Alternative
Lognormal entsteht multiplikativ und hat schwerere rechte Tail; Weibull modelliert flexible Hazard.
Interviewfalle
Rate β und Skala θ sind Kehrwerte; dieselbe Zahl in beiden Konventionen beschreibt im Allgemeinen verschiedene Modelle.
Schätzen & diagnostizieren
Parametrisierung, Mean-variance-Beziehung, Nullwerte und Tail-Q-Q-Plot prüfen.
Mündliche Originalfrage & Detailrubrik
Frage: Warum musst du bei Gamma-Ergebnissen immer Rate oder Skala dazusagen?
0–4-Rubrik: 0: ‚Software‘. 1: zwei Konventionen. 2: β=1/θ. 3: zeigt Folgen für Mittel und Varianz. 4: ergänzt Einheiten, Dokumentation und Reproduzierbarkeit.
Unsicherheit über eine Fehlerwahrscheinlichkeit ausdrücken
Vor einem synthetischen Dokumenttest wird eine Beta-Verteilung mit den Shapes zwei und drei als bewusst gewählte Vorannahme verwendet.
Zufallsvariable:p: unbekannte Wahrscheinlichkeit eines definierten Dokumentfehlers; die Dichte liegt über möglichen Werten von p.
Wozu die Rechnung? Die Vorannahme kann mit Bernoulli-/Binomialdaten aktualisiert werden. Ihre Stärke muss durch Prior-Predictive- und Sensitivitätschecks begründet werden.
Gilt unter diesen Annahmen: Austauschbare Versuche und eindeutiges Label. Die Vorannahme ist weder eine gemessene Fehlerquote noch ein belegtes Wissen über APKV.
PDF · theoretische Form
Unsicherheit über die Fehlerwahrscheinlichkeit
Beispiel:α=2,β=3
Vergleich:α=8,β=12
Gleicher Mittelwert, andere Konzentration. Die Dichte darf über eins liegen; nur ihre Fläche ist eine Wahrscheinlichkeit.
Flexible Dichte für eine unsichere Wahrscheinlichkeit oder einen stetigen Anteil. f(x)=B(α,β)xα−1(1−x)β−1
Parameter & Einheiten
α,β>0: dimensionslose Formparameter. Im Beta-Binomial-Modell strukturieren sie die Vorinformation über die latente Wahrscheinlichkeit.
Momente, Quantile & Tails
E[X]=α/(α+β). Var(X)=(α+β)2(α+β+1)αβ Je nach Parametern U-förmig, uniform oder unimodal.
Eigenschaften
Konjugierter Prior für p eines Bernoulli-/Binomialmodells. Beta(1,1) ist uniform; endliche positive Shapes erzeugen keine Punktmasse an den Grenzen.
Passender Prozess
Unsichere Wahrscheinlichkeit oder stetiger Anteil strikt zwischen null und eins.
Schlechter Fit
Exakte Randmassen bei null oder eins, Nenner-Counts ohne Messmodell oder multimodale Population.
Geprüftes Mini-Beispiel
α=2,β=3: E[p]=52=0,4,Var(p)=25⋅66=0,04 Das beschreibt Unsicherheit über eine Wahrscheinlichkeit, keine beobachtete Fehlerquote.
Nächste Alternative
Logit-Normal modelliert normalverteilte Log-Odds; eine um Randmassen erweiterte Beta-Verteilung kann exakte Nullen und Einsen berücksichtigen.
Interviewfalle
Ein beobachteter Anteil mit kleinem Nenner ist nicht dieselbe Zufallsvariable wie ein latentes p.
Schätzen & diagnostizieren
Randwerte, Nenner, Prior-Predictive-Verteilung und Sensitivität der Shapeparameter prüfen.
Mündliche Originalfrage & Detailrubrik
Frage: Welche Rolle spielt Beta(2,3) als Prior, und was darfst du daraus nicht behaupten?
0–4-Rubrik: 0: nennt nur Mittel. 1: Prior auf p. 2: Mittel 0,4. 3: prüft Konzentration/Prior Predictive. 4: betont Sensitivität, Datenprozess und keine objektive Wahrheit.
Mittelwert aus sechs gepaarten Laufzeitdifferenzen prüfen
Sechs unabhängige Testaufgaben werden jeweils mit zwei OCR-Versionen ausgeführt. Unter der Nullhypothese ist die mittlere gepaarte Laufzeitdifferenz null.
Zufallsvariable:T=Dˉ/(SD/6): standardisierte mittlere Differenz bei geschätzter Streuung.
Wozu die Rechnung? Für den kleinen Test braucht ein kompatibles Intervall t-Quantile; zusätzlich sind Effektgröße und praktische Laufzeitersparnis zu berichten.
Gilt unter diesen Annahmen: Exakte t-Verteilung bei unabhängigen normalverteilten Differenzen. Die Paarung erfolgt innerhalb einer Aufgabe; sechs Läufe derselben Aufgabe wären keine sechs unabhängigen Paare.
PDF · theoretische Form
Schwerere Tails bei geschätzter Streuung
Beispiel:ν=5
Vergleich:N(0,1)
Die t-Kurve hat schwerere Tails als der gestrichelte Normalvergleich. Beide Supports sind unbegrenzt.
Fünf unabhängige normalverteilte Messungen dienen dazu, die bekannte Sollvarianz eines Prüfgeräts zu hinterfragen.
Zufallsvariable:Q=4S2/σ02: skalierte Stichprobenvarianz unter der angenommenen Sollvarianz σ02.
Wozu die Rechnung? Die Chi-Quadrat-Verteilung mit vier Freiheitsgraden erlaubt eine Varianzinferenz unter dem Modell. Ein Streuungsunterschied braucht zusätzlich eine technische Relevanzgrenze.
Gilt unter diesen Annahmen: Unabhängige Normalmessungen; Varianztests reagieren empfindlich auf Ausreißer und Abweichungen von Normalität.
PDF · theoretische Form
Skalierte Stichprobenvarianz
Beispiel:ν=4
Vergleich:ν=8
Mehr Freiheitsgrade verschieben den Schwerpunkt nach rechts; die rechte Tail ist nicht bei der Plotgrenze abgeschnitten.
Zwei Messverfahren auf unterschiedliche Streuung prüfen
Zwei unabhängige Gruppen enthalten sechs beziehungsweise elf normalverteilte Testmessungen. Geprüft wird die Annahme gleicher Populationsvarianzen.
Zufallsvariable:F=S12/S22 mit d1=5 und d2=10 unter der Nullhypothese.
Wozu die Rechnung? Der Varianzquotient misst relative Streuung. Ein Konfidenzintervall und eine fachliche Toleranz sind zusätzlich zum Test nötig.
Gilt unter diesen Annahmen: Unabhängige Gruppen und Normalität für die exakte F-Verteilung. Bei Ausreißern oder Schiefe robuste Varianzvergleiche erwägen.
PDF · theoretische Form
Verhältnis zweier Varianzschätzer
Beispiel:d1=5,d2=10
Vergleich:d1=5,d2=30
Mehr Nennerfreiheitsgrade stabilisieren den Nenner. Die Dichte bleibt rechtsschief und reicht über den Ausschnitt hinaus.
Verhältnis zweier unabhängiger, durch ihre Freiheitsgrade skalierter Chi-Quadratvariablen. f(x)=B(d1/2,d2/2)(1+d1x/d2)(d1+d2)/2(d1/d2)d1/2xd1/2−1,x>0
Parameter & Einheiten
d1,d2>0: Zähler- und Nennerfreiheitsgrade. Dimensionslos; ihre Reihenfolge ist entscheidend.
Momente, Quantile & Tails
E[X]=d2/(d2−2) für d2>2. Für d2>4: Var(X)=d1(d2−2)2(d2−4)2d22(d1+d2−2) Rechtsschief.
Eigenschaften
X=(U/d1)/(V/d2) mit unabhängigem U∼χd12, V∼χd22. 1/X∼F(d2,d1) und Tν2∼F(1,ν).
Passender Prozess
Varianzverhältnisse und Modellvergleiche in ANOVA/Regression unter passenden Annahmen.
Schlechter Fit
Abhängige Quadratsummen, heteroskedastische/nicht passende Fehler oder datengesteuerte Modellwahl ohne Korrektur.
Geprüftes Mini-Beispiel
X∼F(5,10): E[X]=810=1,25,Var(X)≈1,354167 Selbst unter gleicher Populationsvarianz ist der Erwartungswert dieses Varianzquotienten nicht exakt eins.
Nächste Alternative
Chi-Quadrat betrifft eine skalierte Quadratsumme; F vergleicht zwei davon.
Interviewfalle
Ein großes F lokalisiert bei mehreren Gruppen nicht automatisch die Unterschiede.
Schätzen & diagnostizieren
Verschachtelung, Freiheitsgrade, Residuen und geplante Kontraste prüfen; robuste Alternative erwägen.
Mündliche Originalfrage & Detailrubrik
Frage: Welche zwei Arten von Variation vergleichst du mit einer F-Statistik in der Regression?
0–4-Rubrik: 0: ‚Varianzen‘. 1: erklärt Verhältnis. 2: Modell- zu Fehlervarianz. 3: Freiheitsgrade/Nullmodell. 4: ergänzt Annahmen, Effekt/Intervall und Modellwahlrisiko.
Ein synthetisches Flottenmodell für Scanner nutzt Shape zwei und eine Skala von zehn Jahren; die Ausfallrate steigt mit dem Gerätealter.
Zufallsvariable:X: Lebensdauer bis zum ersten definierten Geräteausfall, gemessen in Jahren.
Wozu die Rechnung? Die modellierte Medianlebensdauer unterstützt eine Diskussion über Wartungsfenster; Kosten und Ausfallfolgen benötigen einen getrennten Entscheidungsansatz.
Gilt unter diesen Annahmen: Zensierte noch laufende Geräte korrekt berücksichtigen. Unterschiedliche Gerätetypen, Reparaturen und nichtmonotone Ausfallraten können ein anderes Modell erfordern.
PDF · theoretische Form
Scannerlebensdauer
Beispiel:k=2,λ=10 Jahre
Vergleich:k=1,λ=10 Jahre
Die Kurve zeigt die Dichte, nicht die Hazard. Die Shapeänderung entspricht hier steigender beziehungsweise konstanter Hazard.
Wozu die Rechnung? Zeigt, wie aus einer kontinuierlichen Fehlerverteilung eine logistische Erfolgswahrscheinlichkeit entsteht. Der beobachtete Ausgang selbst bleibt Bernoulli.
Gilt unter diesen Annahmen: Bei μ=0 gilt P(Y=1)=1/(1+e−η/s). Die latente Skala muss im Regressionsmodell festgelegt werden; sie ist ohne weitere Struktur nicht separat vom Koeffizientenmaß identifizierbar.
PDF · theoretische Form
Kontinuierlicher latenter Störeinfluss
Beispiel:μ=0,s=2
Vergleich:μ=0,s=1
Gezeigt ist die Glockendichte. Die bekannte S-Kurve ist die Verteilungsfunktion derselben Familie.
Viele kleine Prognosefehler mit gelegentlichen Ausreißern
Ein synthetisches Laufzeitmodell hat häufig Fehler nahe null, aber auch größere positive und negative Abweichungen. Als Fehlerbaseline werden Lage null und Skala zwei Sekunden angenommen.
Zufallsvariable:X: vorzeichenbehafteter Prognosefehler in Sekunden, nicht die positive Laufzeit selbst.
Wozu die Rechnung? Die Verbindung zum absoluten Fehler erklärt, warum eine Medianprognose zu diesem Loss passt. Tailfehler müssen trotzdem separat geprüft werden.
Gilt unter diesen Annahmen: Annähernde Symmetrie und konstante Skala. Bei systematischer Über-/Unterschätzung oder lastabhängiger Streuung reicht eine globale Laplace-Verteilung nicht.
PDF · theoretische Form
Spitze um einen Prognosefehler von null
Beispiel:μ=0,b=2
Vergleich:μ=0,b=1
Kleinere Skala konzentriert Fehler stärker um null. Negative Fehler sind hier zulässig; negative Laufzeiten wären es nicht.
Symmetrische Dichte mit einer Spitze am Zentrum und exponentiellen Tails. f(x)=2b1e−∣x−μ∣/b
Parameter & Einheiten
μ∈R: Lage; b>0: Skala, beide in Einheit von X.
Momente, Quantile & Tails
E[X]=Median(X)=μ, Var(X)=2b2. Spitze im Zentrum und schwerere Tails als normal.
Eigenschaften
Bei fester Skala entspricht Maximum Likelihood für die Lage dem Minimieren von ∑i∣xi−μ∣; der Stichprobenmedian ist eine Lösung.
Passender Prozess
Symmetrische, stärker zugespitzte Fehler mit mehr Tailmasse als normal.
Schlechter Fit
Schiefe, Grenzen, multimodale Fehler oder asymmetrische Fehlerkosten.
Geprüftes Mini-Beispiel
μ=0,b=2: Var(X)=2⋅22=8,f(0)=41 Viele kleine Abweichungen liegen nahe null; größere positive und negative Abweichungen bleiben plausibel.
Nächste Alternative
Normal passt zu quadratischem, Laplace zu absolutem Fehler als Likelihood-Mentalmodell.
Interviewfalle
Robusterer absoluter Verlust macht das gesamte Verfahren nicht ausreißerfest gegen Leveragepunkte.
Schätzen & diagnostizieren
Residualsymmetrie, Spitze, Tails und Leverage getrennt prüfen.
Mündliche Originalfrage & Detailrubrik
Frage: Warum passt bei Laplace-Fehlern die absolute Abweichung als Loss?
0–4-Rubrik: 0: keine Verbindung. 1: nennt absolute Fehler. 2: erläutert die Dichte. 3: verbindet negative Log-Likelihood mit absoluter Abweichung und Median. 4: nennt Symmetrie, Ausreißer und Grenzen der Modellannahme.
Eine kleine synthetische Stichprobe enthält die Bearbeitungszeiten ein, ein, zwei und vier Tage.
Zufallsvariable:F4(t): beobachteter Anteil der vier Fälle mit Dauer höchstens t.
Wozu die Rechnung? Die Treppenfunktion beantwortet ohne Dichteannahme, welcher Stichprobenanteil eine Frist einhält. Für die gesamte Population bleibt Unsicherheit.
Gilt unter diesen Annahmen: Die vier Beobachtungen dürfen nicht automatisch als repräsentativ gelten. Keine Tailprognose außerhalb der beobachteten Werte ableiten.
ECDF · beobachtete Stichprobe
Rechtsstetige empirische Treppe
Beispiel:n=4,x=(1,1,2,4)
Geschlossene Punkte gehören zum Funktionswert; offene markieren den linksseitigen Grenzwert. Bei einem Tag springt die Treppe wegen des Doppelwerts um die Hälfte.
Jede Beobachtung erhält dieselbe Masse; wiederholte Werte summieren ihre Masse. Die ECDF zählt Werte bis zur gewählten Schwelle: Fn(x)=n1i=1∑n1{xi≤x}
Parameter & Einheiten
Keine parametrische Familie: n≥1 und die Stichprobenwerte definieren die ungewichtete empirische Verteilung. Gewichte oder Cluster erfordern eine ausdrücklich angepasste Definition.
Momente, Quantile & Tails
EF[X]=xˉ, VarF(X)=n−1∑i(xi−xˉ)2. Das ist der Nenner n, während die unverzerrte Stichprobenvarianz bei unabhängigen Daten den Nenner n−1 verwendet.
Eigenschaften
Rechtsstetige Treppenfunktion; Sprunghöhe ist die relative Häufigkeit des Wertes. Grundlage des nichtparametrischen Bootstrap.
Passender Prozess
Verteilungsbeschreibung ohne parametrische Formannahme und transparentes Resampling.
Schlechter Fit
Extrapolation in unbeobachtete Tails, kleine/selektive Stichproben oder abhängige Zeilen ohne angepasste Gewichte/Blöcke.
Geprüftes Mini-Beispiel
Daten (1,1,2,4): F4(2)=43=0,75,xˉ=2 Drei von vier beobachteten Bearbeitungen dauern höchstens zwei Tage; das ist eine Stichprobenbeschreibung.
Nächste Alternative
Parametrische Verteilung glättet und extrapoliert unter Annahmen; ECDF bleibt an Beobachtungen gebunden.
Interviewfalle
Nichtparametrisch bedeutet nicht annahmefrei oder populationsrepräsentativ.
Schätzen & diagnostizieren
Sampling Frame, Gewichte, Cluster, Missingness und ECDF-Konfidenzband prüfen.
Mündliche Originalfrage & Detailrubrik
Frage: Was kann die ECDF über Werte jenseits des Stichprobenmaximums sagen?
0–4-Rubrik: 0: schätzt weiter. 1: keine direkte Masse. 2: keine Tail-Extrapolation. 3: nennt Samplingunsicherheit. 4: ergänzt EVT/parametrische Annahme und Entscheidungskonsequenz.
Die Schwankung einer geschätzten Fehlerquote verstehen
Gedanklich werden immer wieder 100 unabhängige Dokumente aus derselben Population geprüft. Deren wahre Fehlerwahrscheinlichkeit wird im Lernbeispiel auf 36 Prozent gesetzt.
Zufallsvariable:p: Fehleranteil je wiederholter Hunderterstichprobe; die einzelne Beobachtung ist dagegen binär.
Wozu die Rechnung? Die Verteilung erklärt die Präzision des Schätzers. Die gezeigte exakte Binomialrechnung vermeidet, Rohdaten mit ihrer Schätzerverteilung zu verwechseln.
Gilt unter diesen Annahmen: Identisch verteilter, unabhängiger Samplingmechanismus. Bei Clusterstichproben nach Akten oder Zeitblöcken muss der Standardfehler das Design berücksichtigen.
PMF · theoretische Form
Exakte Verteilung des geschätzten Anteils
Beispiel:n=100,p=0,36
Jeder Balken steht für eine mögliche Quote in einer wiederholten Stichprobe. Die Statistik ist diskret; sichtbar ist ein zentraler Ausschnitt.
Verteilung einer Statistik über gedachte Wiederholungen desselben Stichprobenplans. Für unabhängige Bernoulli-Daten gilt exakt: np∼Bin(n,p)
Parameter & Einheiten
Population und Samplingdesign sowie n bestimmen die Verteilung. p=n−1∑iXi ist der Schätzer, p der Populationsanteil. Der Standardfehler misst die Streuung des Schätzers.
Momente, Quantile & Tails
E[p]=p, Var(p)=p(1−p)/n. Für unabhängige identisch verteilte Größen: Var(∑iXi)=nσ2, Var(Xˉ)=σ2/n.
Eigenschaften
Bei unabhängigen Normaldaten gelten exakt: Xˉ∼N(μ,σ2/n), (n−1)S2/σ2∼χn−12 und (Xˉ−μ)/(S/n)∼tn−1. Für andere Rohdaten kann der CLT eine Näherung für das Mittel liefern; nicht jede Statistik wird normal.
Passender Prozess
Unsicherheit, Intervalle, Tests und Power eines klaren Estimands/Estimators.
Schlechter Fit
Falsche unabhängige Einheit, ignorierte Cluster/Zeiten, selektive Stichprobe oder data-dependent Analyse.
Geprüftes Mini-Beispiel
p=0,36,n=100: SE(p)=1000,36⋅0,64=0,048 Das sind 4,8 Prozentpunkte Streuung über wiederholte Stichproben, kein 95-Prozent-Intervall und keine Streuung einzelner Dokumente.
Nächste Alternative
Die Populationsverteilung beschreibt einzelne X; die Stichprobenverteilung beschreibt den wiederholt berechneten Schätzer.
Interviewfalle
Mehr Zeilen senken den Standardfehler nicht automatisch proportional zu 1/n, wenn die wirksame unabhängige Einheit kleiner ist.
Schätzen & diagnostizieren
Population, Estimand, Estimator, Sampling- und Resampling-Einheit explizit dokumentieren.
Mündliche Originalfrage & Detailrubrik
Frage: Was ist der Unterschied zwischen Standardabweichung und Standardfehler?
0–4-Rubrik: 0: setzt gleich. 1: Daten vs Schätzer. 2: nennt Samplingverteilung. 3: Einheiten und n-Skalierung. 4: ergänzt Cluster, Design und Entscheidungsintervall.
Betriebszustände und Nullereignisse auseinanderhalten
Drei hypothetische Prozesse: Messwerte aus zwei unterschiedlich zentrierten Gerätemodi; Störungszahlen einschließlich abgeschalteter Geräte; gesamte Klickzahl einschließlich Einstieg nach einem freiwilligen Portalbesuch.
Zufallsvariable: Mischung: kontinuierlicher Messwert. ZIP: Störungszahl, wobei ausgeschaltet strukturell null ist. Hurdle: null bei keinem Besuch, sonst positive Gesamtzahl der Klicks einschließlich Einstieg.
Wozu die Rechnung? Prozesswissen entscheidet zwischen Mischung, ZIP und Hurdle. Die getrennten Plots machen die unterschiedlichen Nullwahrscheinlichkeiten sichtbar.
Gilt unter diesen Annahmen: Gerätemodi und Exposition müssen fachlich überprüfbar sein. Aus vielen Nullen oder zwei Gipfeln allein folgt kein Nachweis dieser Prozesse. Im Hurdle-Beispiel zählen die unten angegebenen positiven Klickzahlen den Einstieg mit.
PDF · theoretische Form
Mischung zweier Gerätemodi
Beispiel:π1=0,6,π2=0,4; N(−2,12), N(3,1,22)
Zwei hypothetische Betriebsmodi erzeugen zwei Gipfel. Die Dichte enthält beide Komponenten; die Modi sind kein Ergebnis eines Clusterbeweises.
Mischung: f(x)=k=1∑Kπkfk(x) Beim Zero-inflated-Poisson-Modell kommen Nullen aus zwei Pfaden: PZIP(X=0)=π+(1−π)e−λPZIP(X=x)=(1−π)x!e−λλx,x≥1 Hurdle trennt null vom strikt positiven Teil: PH(X=0)=qPH(X=x)=(1−q)x!(1−e−λ)e−λλx,x≥1
Parameter & Einheiten
Mischung: πk≥0,∑kπk=1, plus Komponentenparameter. ZIP: π∈[0,1] ist die strukturelle Nullwahrscheinlichkeit, λ>0 der Poisson-Mittelwert. Hurdle: q∈[0,1] ist die gesamte Nullwahrscheinlichkeit.
Momente, Quantile & Tails
E[X]=∑kπkμk. Var(X)=k∑πk[σk2+(μk−E[X])2] Für ZIP: E[X]=(1−π)λ, Var(X)=(1−π)λ(1+πλ).
Eigenschaften
ZIP erlaubt Nullen auch im Poisson-Teil; Hurdle erlaubt dort keine. Eine Mischung identifiziert ohne weitere Annahmen keine real benennbaren Subgruppen.
Passender Prozess
Plausibel verschiedene Entstehungsprozesse, strukturelle Nullen oder getrennte Teilnahme-/Intensitätsentscheidungen.
Schlechter Fit
Ein mehrgipfliges Histogramm allein, unidentifizierte Komponenten, kleine Stichproben oder fehlende fachliche Prozessbegründung.
Geprüftes Mini-Beispiel
ZIP mit π=0,3,λ=2: E[X]=0,7⋅2=1,4P(X=0)=0,3+0,7e−2≈0,394735 Hurdle mit q=0,3 hat dagegen genau P(X=0)=0,3.
Nächste Alternative
Negativ-Binomial erklärt Extra-Streuung ohne separaten strukturellen Nullzustand; Hurdle erlaubt im positiven Teil keine Nullen.
Interviewfalle
Eine statistisch besser passende Mischung beweist keine realen, sauber benennbaren Subpopulationen.
Schätzen & diagnostizieren
Mechanismus, Identifizierbarkeit, held-out Log-Loss, Kalibrierung je Regime und Sensitivität gegen einfachere Modelle prüfen.
Mündliche Originalfrage & Detailrubrik
Frage: Wie unterscheidest du Zero-inflated und Hurdle fachlich, nicht nur per AIC?
0–4-Rubrik: 0: beide ‚viele Nullen‘. 1: zwei Prozesse. 2: erklärt Nullentstehung. 3: fordert Prozesswissen/held-out Vergleich. 4: ergänzt Identifizierbarkeit, Kalibrierung und einfachere Alternative.