NLP · RAG · Security

GenAI & Retrieval: belegen, begrenzen, testen

Von Suchbaseline und Retrieval-Güte über Groundedness bis Prompt Injection, Berechtigungen und Human Review.

Öffentlich belegtZuletzt fachlich geprüft: 2026-09-02

Erst die einfachste passende Architektur

BedarfStartpunktGenAI erst wenn …
Exakter Begriff/StatusSQL, Filter, Regel oder strukturierte APIfreie Sprache echten Zusatznutzen bringt.
Dokument findenKeyword-/semantische Suche mit SnippetsZusammenfassung über mehrere Treffer geprüft nötig ist.
Klasse extrahierenRegel, Parser oder klassisches Modelloffene Formulierungen Baselines belastbar schlagen.
Antwort formulierenVorlage plus freigegebene TextbausteineGroundedness, Rechte, Review, Latenz und Kosten akzeptabel sind.

NIST bezeichnet überzeugend falsche oder intern inkonsistente generative Inhalte als confabulation; statistisch plausible Ausgabe ist nicht automatisch faktisch korrekt.[1]

RAG als zwei getrennte Systeme

  1. Ingest: Quelle, Version, Gültigkeit, Sensitivität und ACL erfassen.
  2. Chunk/Index: Segmentierung und Repräsentation nur mit erlaubten Inhalten.
  3. Retrieve: Query gegen berechtigungsgefilterten Index; Top-k mit Quelle.
  4. Generate: Antwort ausschließlich aus Kontext, Zitate und Abstention verlangen.
  5. Validate: Output-Schema, Quellenbezug, sensible Inhalte und erlaubte Aktion prüfen.

Retrieval-Evaluation: Bei 50 vorab gelabelten Fragen enthält Top-5 für 42 mindestens einen relevanten Beleg: Recall@5=42/50=0,84. Von 250 zurückgegebenen Chunks sind 70 relevant: Precision@5=70/250=0,28. Hoher Recall kann also viel irrelevanten Kontext erkaufen; danach separat Antwortkorrektheit, Belegtreue, Zitiergenauigkeit, Abstention, Latenz und Kosten messen.

Eval-Set und Rubrik

  • Reale, synthetisch ergänzte und adversarielle Fragen nach Zweck, Sprache, Dokumenttyp und Schwierigkeit stratifizieren.
  • Goldquellen versionieren; keine Train-/Prompt-Tuning-Beispiele im finalen Test.
  • Answer correctness gegen fachliche Referenz und groundedness gegen tatsächlich gelieferte Chunks getrennt bewerten.
  • Unbeantwortbare, mehrdeutige, veraltete und berechtigungswidrige Fragen einschließen.
  • Human Review mit klarer Rubrik, Doppelbewertung und Konfliktklärung; keine Einzelbeispiele als Gütenachweis.

Prompt Injection ist eine Vertrauensgrenzenfrage

Direkte Eingaben und indirekte Inhalte aus Webseiten oder Dokumenten können Modellverhalten manipulieren. OWASP betont, dass RAG oder Fine-Tuning Prompt Injection nicht vollständig beseitigen.[2]

Begrenzen

  • Dokumentinhalt immer als untrusted data, nie als Instruktion.
  • Least privilege, ACL vor Retrieval, kurzlebige Tokens.
  • Keine freie Toolwahl; erlaubte Aktionen typisieren und bestätigen.
  • Ausgabe validieren; Code/HTML/Links nicht ungeprüft ausführen.

Testen & reagieren

  • Direkte/indirekte Injection, Datenexfiltration, Cross-User-Leakage.
  • Attack Success Rate plus False Refusal und Aufgabennutzen.
  • Logs datensparsam; Security Incident, Sperre und manueller Fallback.
  • Model-, Prompt-, Index- und Policy-Version gemeinsam rückrollbar.

Interview-Fallen

  • „RAG löst Halluzination“ statt Retrieval und Generation getrennt zu testen.
  • LLM-Zitat als Beleg behandeln, ohne Zielquelle zu prüfen.
  • Systemprompt als Sicherheitsgrenze verwenden.
  • Automatische Aktion erlauben, obwohl ein Entwurf mit Review das Ziel erfüllt.

Hochsensibler Kontext

Für Gesundheits- oder Leistungsinformationen wäre eine APKV-Anwendung hier nur ein hypothetisches Interview-Szenario. Ohne belegten Zweck, Rechts-/Datenschutzprüfung, strikt durchgesetzte Rechte, robuste Evaluation, menschliche Zuständigkeit, Fallback und Incidentpfad: nicht einsetzen oder auf nicht-sensitive Suche/Entwurfshilfe eingrenzen. NIST fordert kontextbezogene Lifecycle-Messung und Reaktion statt pauschaler Vertrauensaussagen.[3]

Belege auf dieser Seite

  1. Artificial Intelligence Risk Management Framework: Generative Artificial Intelligence Profile · geprüft 2026-09-02
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