Statistik · Testen

p-Werte: Evidenz unter H₀, keine Wahrheitsskala

Konditionierung, Fehlentscheidungen, Effektgröße und praktische Relevanz im selben Gespräch.

Öffentlich belegtZuletzt fachlich geprüft: 2026-09-02

Die bedingte Aussage

Der p-Wert ist – unter der Annahme, dass H₀ gilt – die Wahrscheinlichkeit einer mindestens so extremen Teststatistik wie der beobachteten.[1] Er ist weder P(H₀|Daten) noch die Effektgröße noch die Replizierbarkeit.

Entscheidungslogik

  1. Estimand, H₀/H₁, Test und α vor Betrachtung des Ergebnisses festlegen.
  2. Annahmen, Datenerzeugung, Missingness und Mehrfachtests prüfen.
  3. p-Wert zusammen mit Effektschätzung und Konfidenzintervall berichten.
  4. Fachliche Mindestwirkung, Fehlerkosten und Nebenwirkungen entscheiden lassen.

α begrenzt im Testmodell die Wahrscheinlichkeit eines Typ-I-Fehlers; ein einzelnes p<α beweist H₁ nicht.

Debug-a-claim

Behauptung: „p=0,03, also ist H₀ zu 3% wahr und wir rollen aus.“

Reparatur: Konditionierung umdrehen vermeiden; Effekt und Unsicherheit quantifizieren; Test- und Messdesign prüfen; Rollout an vorab bestimmte praktische Kriterien und Risiken binden.

Belege auf dieser Seite

  1. Critical values and p values · geprüft 2026-09-01
  2. Confidence Limits for the Mean · geprüft 2026-09-01
  3. ASA Statement on Statistical Significance and P-Values · geprüft 2026-09-02